Equipmentcheck – Garmin Etrex 30

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, während des diesjährigen Geocaching-Megaevent Lost in MV am Garminstand die neueste Technik im Detail zu betrachten, doch wie das Leben immer so spielt, gab es dann doch zuviel im Orgabüro zu erledigen und mit Testen war dann nichts.
Doch ein Glück bekam ich jetzt von Garmin die Gelegenheit mit einem Testgerät loszuziehen und es auf Herz und Nieren zu prüfen.
Da ich schon im Besitz eines Etrex H, eines Dakota 20, einer Forerunner 305 und zweier Handys als GPS-Gerät beim Cachen und Wandern war, ging ich mit einigen Erwartungen an diesen Gerätetest. Ob das Etrex 30 diese erfüllen konnte, könnt ihr im folgenden Bericht lesen.

Zunächst einige technische Angaben zu dem Gerät. Mit seiner 2,2 Zoll großen Bildschirmdiagonale ist es knapp 1 cm kleiner als ein Dakota 20, was auffällt aber nach einiger Zeit nicht weiter stört. Im Gegensatz die Darstellung kommt mir schärfer und klarer vor.
Statt eines Touchdisplays wird das Gerät über Tasten an der Seite sowie einen Stick bedient, was meinem Empfinden nach gefühlt besser funktioniert als die Touchoberfläche beim Dakota und beim HTC Desire.
Das Gerät fühlt sich sehr hochwertig an und obwohl die Batterieabdeckung beim ersten Mal nur mit Mühe zu ging und mich dies doch ein wenig nervte, halte ich es jetzt doch für eine gute Funktion, denn es schließt perfekt und öffnet sich nicht so leicht wie beim Etrex H.

Weitere nette Funktionen sind ein elektronischer Kompass, ein barometrischer Höhenmesser, ein Bildbetrachter (nett für Spoilerbilder, auch wenn der Umweg über POIs auch funktionieren würde), ein Geocachingmodus (dazu später mehr).
Die eigentliche Neuerung ist allerdings die Unterstützung des russischen Satellitennavigationssystems GLONASS neben den schon bekannten GPS-Satelliten, welche zwar bei gleichzeitiger Benutzung die Batterielebensdauer verkürzt, aber dafür die Genauigkeit erheblich verbessert.

Cachen mit dem Etrex 30 macht Spaß. Ich bearbeite meine Pocket Querys immer mit GSAK bevor ich sie auf die GPS-Geräte kopiere. Mit SpoilerSync lade ich die Spoilerbilder aller Caches und in GSAK werden diese dann mit dem Macro SpoilerSync in die Usernotes jedes Caches geschrieben. Mit der Software GPSadd wird dann nochmals die GPX-Datei analysiert und jedes Spoilerbild wird mit den Koordinaten des entsprechenden Caches versehen.
Dies bietet den Vorteil, dass man den entstandenen Bildordner auf das GPS-Gerät kopieren kann und die Spoiler im Bildbetrachter vorhanden sind. Des weiteren wird nun auf der Karte an den entsprechenden Koordinaten das Fotosymbol.

Über das GSAK-Makro GarminExport exportiere ich nun die GPX-Datei auf das Garmin. Dies hat den Vorteil, dass man selber bestimmen kann, was alles in der Cachebeschreibung angezeigt wird. Alles ist Variabel, die angezeigten Attribute, die Logs, entschlüsselte Hints, Vermerke zu Spoilerbildern uvm.
Das ist natürlich nicht Etrex 30 spezifisch, sondern empfiehlt sich für auch für das Dakota 20, aber es führt doch zu einem ersichtlichen Mehrwert und rundet den Funktionsumfang des Gerätes ab.

Wie steht es denn nun um den Dualbetrieb mit GPS und GLONASS? Ist ein Mehrwert spürbar oder sind die knapp 30€ extra im Vergleich zum Dakota 20 herausgeschmissenes Geld?
Es lohnt sich definitiv.
Satelliten findet das Gerät immer sehr schnell und die Genauigkeit bewegte sich auch im dichtesten Wald sehr selten über 3m, während das Etrex H genauso wie das HTC Desire immer um die 10-20m tanzten. Man ist natürlich immer noch von gut eingemessenen Cache-Koordinaten abhängig, aber die Navigation ist um einiges genauer und in Verbindung mit der auf dem Testgerät vorhandenen Topo Deutschland ging die Navigation reibungslos von statten und machte sehr viel Spaß.
Welche Auswirkungen der Dualbetrieb auf die Akkulaufzeit konnte aufgrund beruflicher und privater Aufgaben leider nicht ermittelt werden, aber ich werde das Gerät sicher noch einmal weiter im Detail versuchen zu testen.

Wie schlägt sich das Etrex 30 nun und welches Fazit lässt sich ziehen?

Mit dem Forerunner kann man das Etrex 30 nicht wirklich vergleichen, aber mit dem Etrex H, Dakota 20 und dem HTC Desire muss es sich messen lassen.
Was sich definitiv sagen lässt, die Etrex 10 bis 30 ist eine überaus würdige Nachfolgerreihe für die alten Etrex. Der einzige Vorteil der Smartphones ist die ständige Internetkonnektivität, die Akkulaufzeit bei Smartphones ist dann allerdings meist der bremsende Faktor.

Der wichtigste Vergleich ist in meinen Augen Dakota 20 und Etrex 30, da beide in der gleichen Liga spielen, wobei für mich beide eigentlich Topgeräte sind, der Mehrwert bei Oregon und Montana ist mir zu gering, um dafür diesen hohen Preis auszugeben.

Beide Geräte haben oder haben nicht:
+hochwertige Verarbeitung
+Geocachingmodus mit Bildbetrachter
+Kartennavigation
+Chirpmodus
-(noch) kein Wherigomodus

Auf der Habenseite hat das Etrex 30:
+genaue Positionsbestimmung durch GLONASS und GPS
+gute Tastenbedienung (wenn man es mag)
+helles und scharfes Display

Auf der Contraseite hat das Etrex 30:
-kleineres Display
-höherer Preis

Für das Dakota 20 spricht:
+Touchbedienung (wenn man es mag)
+geringerer Preis

Gegen das Dakota 20 spricht:
-etwas dunkleres Display
-keine GLONASS-Unterstützung

Im Endeffekt ist es eine Glaubensfrage, für welches Gerät man sich entscheiden will.
Steht man auf Touch oder braucht nicht unbedingt die GLONASS-Unterstützung, cachen kann man schließlich auch ohne, ist die Empfehlung definitiv das Dakota 20, mag man aber wie ich die Tastenbedienung und stört sich nicht an 30€ mehr sowie dem etwas kleineren Display so ist die Empfehlung definitiv das Etrex 30, oder man verzichtet auf barometrischen Höhenmesser sowie elektronischen Kompass und nimmt das Etrex 20 für 20€ weniger als das Dakota 20.
Am Besten leiht man sich beide Geräte aus und vergleicht selbst.

Ich habe meine Entscheidung selber noch nicht getroffen, zum Geburtstag im März wird es wohl ein neues Gerät werden, und wenn es dann ein Etrex 30 wird, gibt es dann noch einen Detailtest über einen längeren Zeitraum mit weiteren Sportarten neben weiteren Geocachingerfahrungsberichten.

5 thoughts on “Equipmentcheck – Garmin Etrex 30

  1. Selbstverständlich unterstützt auch der Garmin Dakota 20 den Chirp.
    Die Einstellung dazu findet man unter Einstellungen > Geocaching.

  2. Danke für den Hinweis. Als ich das Dakota 20 hatte, gab es noch keine Chirps und war der Meinung, dass es das deshalb nicht unterstütze. Werde es gleich korrigieren.

  3. Hallo, wo finde ich denn mal eine detaillierte ausführliche Beschreibung in deutsch, wie ich beim etrex30 die Spoilerbilder mit den cachberschreibungen aus der pockequery verbinden kann und nicht im Bildbetrachter raten muss, welcher Spoiler zum Akutellen cache gehören könnte.

    Gibt es diese schon?

  4. Hallo.
    Wie bekomme ich denn die Geocaching Attribute auf das etrex 30 übertragenn?
    Den Menüpunkt GSAK-Makro GarminExport finde ich in der aktuellen Version von gsak nicht.
    MfG

  5. @David: das Makro GarminExport ist nicht in GSAK enthalten, Du musst es Dir zusätzlich installieren.
    http://gsak.net/board//MacroIndex.php

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