„Wintercamping“ am Fuß des Brockens

harz-222 Jahre Ruhe sind eine lange Zeit, doch nun soll hier wieder Leben einkehren.
Einiges hat sich geändert. Im Dezember 2013 wurde ein Dinosaurier in die Familie aufgenommen – ein bereits volljähriger Land Rover Defender 110 Baujahr 1995 wurde als Zweitwagen gekauft.
Schon komplett mit Hubdach und Küche versehen, ist es nun die kleinste Dreiraum-Wohnung, die wir je hatten. Und um das Gefährt einmal zu testen, bevor es dieses Jahr auf große Tour geht, sollte es eigentlich in den Schnee gehen.

Da nach dem Winter aber leider immer noch gefahndet wird, musste kurzfristig doch noch umdisponiert werden.
Geplant war eigentlich ein Aufenthalt im Schwarzwald oder im Erzgebirge, aber da auch dort die weiße Pracht nicht vorhanden war, entschieden wir uns dafür, die nur 160km lange Strecke in den Harz zu nehmen und nisteten uns mit dem Traktor, der auf den Namen „Alfred“ getauft wurde, auf dem Campingplatz Harz Camping zwischen Schierke und Elend am Fuße des Brockens für 3 Nächte ein.

So kamen wir zwar nicht dazu die Schneeketten, sowie die neu aufgezogenen Winterreifen zu testen, und auch der Schlitten wurde umsonst mit transportiert, aber wir hatten trotzdem viel Spaß mit dem Auto auf dem Weg in die Berge, denn die Serpentinen und Steigungen waren in dem neuen Auto schon eine Herausforderung.
Da wir erst einmal langsam in das Abenteuer Defender einsteigen wollten, entschieden wir uns für den Campingplatz, da wir hier noch sanitäre Anlagen zur freien Nutzung hatten. Zunächst war es nötig einen guten Standplatz für den Wagen zu finden, so dass wir nicht allzu viel Schräglage hatten. In der ersten Nacht fiel alles zur Motorhaube hin um 3° ab, so dass wir in unserem Bett immer etwas Richtung Ende rutschten, aber aus Fehlern lernt man bekannter maßen, so dass wir die folgenden Nächte darauf achteten nur leicht zum Heck schräg zu stehen.

harz-19Am ersten Abend wurde die Küche dann sogleich getestet, um uns Beiden ein kleines Abendessen zuzubereiten, welche wir dann im Wohnzimmer unseres Traktors zu uns nahmen. Den weiteren Abend verbrachten wir dann damit auf der Couch unser neues Brettspiel „Zombicide“ auszuprobieren. Ein Tisch oder Tablett im Auto fehlt definitiv noch, oder ein Vorzelt für den Sommer, wenn es wärmer wird und man draußen sitzen könnte.
Temperaturmäßig hatten wir immer um die 0°c – 5°c, nur in der letzten Nacht wurde es durch einen frischen Wind gefühlt kälter um die -5°c, aber durch gute Schlafsäcke merkte man davon nichts.

Theoretisch hätten wir zur Not auch unten im Auto geschlafen und die Couch zu einem Bett umgebaut und die Standheizung laufen gelassen. Diese ist zwar laut, aber dafür wäre es wenigstens kuschelig warm gewesen. Aber bei den Frühlingswerten war dies nicht nötig.

Am Tag Zwei machten wir uns los Richtung Schierke, wo wir unseren Wagen parkten, um auf den Brocken zu wandern. Eigentlich sollten hierbei endlich wieder ein paar Geocaches mit dem neuen Oregon 600 gesucht werden, nur leider stellten wir fest, dass wir dieses zu Hause auf dem Wohnzimmertisch liegen gelassen hatten. Also doch nur Wandern.

harz-1Aharz-3ufgrund einer fehlenden Karte machten wir uns zunächst 800m in die falsche Richtung zum Bahnhof Schierke auf, wo wir die Brockenbahn noch bei ihrer Ankunft beobachten konnten, bevor wir dann dem Hexenstieg 7,5km Richtung Brocken folgten.
Auf dem Weg nach Oben waren wir bis auf wenige Wanderer relativ alleine und sahen sogar ein wenig Schnee, man mag es kaum glauben. Von der Umgebung sahen wir leider nicht viel, da es ziemlich neblig war, doch nach rund 4km wurde der Aufstieg dann steiler und die Anzahl der Wanderer erhöhte sich drastisch, da wir eine Abkürzung zum und vom Brocken nach Schierke passiert hatten. Selbst ein paar verrückte Radfahrer quälten sich den Berg bei Schnee auf der Straße nach oben.

An der Brockenspitze wurde es dann richtig voll und man war nur noch damit beschäftigt, den anderen Leuten auszuweichen und sich vom Wind nicht umpusten zu lassen. Wir kehrten nach dem obligatorischen Gipfelfoto nach 7,5km Aufstieg in 1h 50min in eine kleine Gaststätte ein, um uns erst einmal zu stärken, bevor es dann eigentlich mit der Brockenbahn nach unten gehen sollte.
Dieses Vorhaben ließen wir dann aber sein, als wir erfuhren, dass die Fahrt mit der Bahn ins nur 7,5km entfernte Schierke 21€ pro Person kosten sollte und so entschieden wir uns spontan, uns wieder an den Abstieg zu machen.
Das Wetter war mittlerweile auch klarer und so waren wir in der Lage beim Weg nach unten auch etwas von der Gegend zu sehen, auch wenn wir ziemlich flott unterwegs waren, da wir 4 Bundeswehrsoldaten vor uns hatten, denen wir beim Abstieg folgten.

Nach insgesamt 15km hoch und runter genossen wir dann erst einmal eine warme Dusche auf dem Zeltplatz und ließen uns die Bohnensuppe schmecken.

harz-17Der dritte Tag sollte im Zeichen der Entspannung stehen und so machten wir uns nach Bad Lauterberg auf, um dort ein Spaßbad zu besuchen und den müden Knochen ein wenig Erholung zu gönnen. Nach 3 Stunden entschieden wir uns dann spontan dafür noch kurz nach Thale zu fahren, um uns den Hexentanzplatz anzuschauen. Mit 3,5€ durften wir dort für 30min Parken die Stadtkasse unterstützen, aber die Erbsensuppe und Thüringer Bratwurst schmeckten in den letzten Sonnenstunden und die Aussicht war auch nicht zu verachten.

Tag 4 war dann schon wieder ganz im Zeichen der Abfahrt und wir packten unsere Sachen zusammen, klappten das Dach ein und sicherten die Ladung. Ein kurzer Abschied bei den Huskies des Zeltplatzes und schon machten wir uns wieder auf die Reise ins Lipperland.

Den ersten Test hat der Wagen mit Bravour bestanden und wir freuen uns schon darauf, im Februar damit wahrscheinlich nach Amsterdam zu fahren, bevor es im Sommer dann wahrscheinlich nach Großbritannien geht.

 

  • Rostocker Antifrostgrillen

Harz


Tagged with 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*